Wähler im US-Bundesstaat West Virginia werden bei den Zwischenwahlen im Herbst ihre Stimme digital über eine Smartphone-App abgeben können, berichtet CNN. Um die Sicherheit zu gewährleisten, sagt der Hersteller Voatz aus Boston, müssen Wähler ihren Lichtbildausweis abfotografieren und zudem ein Selfie-Video ihres Gesichts aufnehmen, um sie biometrisch abzugleichen. Abgegebene Wählerstimmen werden anonymisiert in einer Blockchain abgelegt. Was könnte nur schiefgehen?
Vorerst ist das System vorrangig auf Soldaten beschränkt, die sich im Ausland befinden. Aber es handelt sich um einen Testballon, den der Voatz-Mitgründer Nimit S. Sawhney gerne ausweiten würde. IT-Sicherheitsexperten warnen:
„Mobiles Wählen ist eine schreckliche Idee“, sagte Joseph Lorenzo Hall vom Center for Democracy and Technology. „Es ist Wählen über das Internet auf schrecklich unsicheren Smartphones, über unsere schrecklichen Netzwerke, auf Servern, die sehr schwer abzusichern sind, ohne dass es einen Nachweis der Wahl auf Papier gäbe.“ (Unsere Übersetzung)
Auf Twitter haben sich Nutzer bereits die Infrastruktur des Herstellers angesehen: Die Webseite läuft mit veralteten Installationen von SSH, Apache, PHP, Plesk aus dem Jahr 2009 und so weiter. Nicht einmal das hippe Blockchain-Versprechen wird eingehalten. Es handelt um eine private Blockchain, also nichts anderes als eine ineffiziente Datenbank.
https://twitter.com/gossithedog/status/1026603800365330432?s=11
